70 Jahre Posaunenchor Altenthann

Mitglieder des Posaunenchors vor der St-Veit Kirche

Im Jahr 1947, also noch vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, kamen vier Musikfreunde in der Altdorfer Straße 2 im Hause Rüger zusammen, um den Posaunenchor Altenthann zu gründen: Georg Rüger senior, Fritz Rüger, Jakob Rüger und Paul Pickel, wobei Georg Rüger als Obmann und Chorleiter fungierte. Bis 1953 wuchs die Zahl der Bläser auf 15 an und steigerte sich dann weiter.

1955 schloss man sich dem Bayerischen Posaunenchorverband an. Neben den musikalischen Übungsstunden und der Mitgestaltung der Gottesdienste wurden die Posaunentage in Bayreuth, Rothenburg ob der Tauber, Regensburg und sogar in Dortmund als Höhepunkte erlebt.

1956 übernahm Jakob Rüger die Leitung des inzwischen gut organisierten Chores. Auch am Kirchentag 1959 in München beteiligten sich 10 Altenthanner Bläser. Der Posaunenchor war in den folgenden Jahren nicht mehr aus dem Leben der Gemeinde wegzudenken.

Ein gravierender Einschnitt erfolgte 1967, als in Altenthann der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr ins Leben gerufen wurde. Die Euphorie besonders bei den jungen Menschen war sehr groß und so wechselten viele Bläser zu der volkstümlichen Musik. Für den Posaunenchor bedeutete dies einen großen Verlust und man besann sich auf die Kernaufgabe des Chores, die musikalische Verkündigung der frohen Botschaft.

Einen neuen Aufschwung erlebte die Bläserschar im Dezember 1974, als einige musikbegeisterte Altenthanner Bläserinnen und Bläser sich dem jetzt verjüngten Chor anschlossen. Das Durchschnittsalter betrug 16 Jahre. Zu den Proben traf man sich nun im Haus Rüger im Weiherhausweg. Die verschiedenen Auftritte bei Festen und Feiern nahmen deutlich zu: Posaunenfeierstunden in den Jahren 1977 bis 1982, Einsätze bei Zeltmissionen, Kirchen- und Gemeindefesten, Konfirmationen, Posaunentagen, Grundherrntagen und anderem mehr. Besonders hervorzuheben ist das jährliche Blasen am Ewigkeitssonntag auf dem Altenthanner Friedhof, das seit 1975 traditionell bis heute stattfindet und von der Dorfbevölkerung reichlich besucht wrid.

Das Grundmotto der Bläser blieb in all den Jahren immer das gleiche: Die frohe Botschaft von Jesus Christus musikalisch weiterzugeben. So diente der Chor in der Kirchengemeinde unter den Pfarrern Herrmann Lehr, Christoph Luthardt, Martin Simon und Claudia Flierl-Simon, Markus Merz und Gottfried Winning. Das 40jährige und 50jährige Jubiläum konnten 31 Chormitglieder aus Altenthann und Moosbach festlich begehen.

In seiner über 50 Jahre zählenden aktiven Zeit als Bläser und Chorleiter erwarb sich Jakob Rüger bleibende Verdienste für die hervorragende Gestaltung der Chorarbeit. Sein Rücktritt im Jahr 1998 musste im Chor dann zunächst erst verkraftet werden. Die Leitung übernahm nun der seit 1959 im Posaunenchor mitwirkende Posaunist Heinz Fink, der die Chorarbeit bis 2013 souverän weiterführte und auch stets auf bläserische Qualität bedacht war. Die wöchentlichen Proben fanden nun im Evangelischen Gemeindehaus statt.


In dieser Zeit ließ sich Bläser Rainer Kraußer als Chorleiter weiterbilden und leitete schon selbständig manche Probe. So war beim Ausscheiden von Heinz Fink schnell die Lücke geschlossen und die Chorarbeit konnte zügig fortgesetzt werden. Der sehr aktive neue Chorleiter verstand es, werbend auf interessierte junge Menschen zuzugehen und sie für die Erlernung eines Instruments zu gewinnen. So wurden junge Mädchen und Buben kostenlos geschult, Jungbläserfreizeiten abgehalten und neue Mitglieder gewonnen. Zwei musikalische Profis, Ute und Thomas Böhm aus Feucht, die nun auch in Altenthann eingebunden sind, unterstützen die gesamte Chorarbeit hervorragend. Hinzu kommt der positive Einfluss von Bezierkschorleiterung Edit Hechtel, die es versteht, die Bläser in ihren Proben immer wieder neu zu motivieren und für die Posaunenmusik zu gewinnen.

Der Posaunenchor Altenthann mit seinen 21 Bläserinnen und Bläsern, in den nun auch einige Mitglieder des nicht mehr aktiven Altenthanner Spielmannszuges integriert sind, feiert am 28. Mai 2017 in der Sankt Veit Kirche in einem festlichen Gottesdienst sein 70jähriges Bestehen unter dem Motto: Gott loben, das ist unser Amt!

Helmut Wilimsky

Mitglieder des Posaunenchors vor dem Gemeindehaus

 

Grundherrntag und Posaunenjubiläum

Alle zwei Jahre findet in Altenthann der Grundherrntag statt. Dabei treffen sich die weit verstreut lebenden Mitglieder der ehemaligen Patronatsfamilie von Grundherr zum gemeinsamen Kirchgang und anschließendem Mittagessen mit Mitgliedern der Kirchengemeinde.

Beim festlichen Gottesdienst mit Posaunenchor und Singkreis am letzten Maisonntag standen diesmal zwei Ereignisse im Mittelpunkt: 160 Jahre Grundherrsche Familienstiftung und 70 Jahre Posaunenchor Altenthann.

In einem Grußwort erinnerte Dr. Maximilian von Grundherr an die Stiftungsgründer und betonte die Funktion der Stiftung auch als Bindeglied der Familienzweige bis zum heutigen Tag. Pfarrer Tobias Treu spannte in seiner Predigt einen Bogen von Abraham, der auf Gottes Ruf hin seine Heimat verließ und Stammvater eines großen Volkes wurde über die Gründer der Stiftung bis zu den Gründern des Posaunenchores Altenthann. Auch sie wussten nicht, ob ihre Vorhaben erfolgreich sein würden, aber sie glaubten daran und machten sich ans Werk..

Nach der Predigt wurden Posaunenbläserinnen und -bläser für langjähriges Musizieren mit Urkunden und Ansteckern geehrt. Zwei Bläser sind schon 40 Jahre im Chor aktiv und drei seit über 25 Jahren. Die weiteren Bläser, zur Zeit hat der Chor über 20 Mitglieder, erhielten ebenfalls Urkunden.

Anschließend feierte die Gemeinde das Hl. Abendmahl und nach einem musikalischen Gottesdienstausklang wechselten die Besucher zum Mittagessen ins Gemeindehaus hinüber, wo bei Rollbraten und kühlen Getränken bei herrlichem Sonnenschein der Tag ausklang.

Urkundenverleihung an die Mitglieder des Posaunenchor Altenthann